Die zu dem berühmten Wehrsystem der so genannten Adlerhorste gehörende Burg Bobolice ist im Verlauf der vergangenen Dekaden in Verfall geraten. Die wichtigsten Ursachen für die Destruktion der Mauern waren historische Zerstörungen, der negative Einfluss klimatischer Faktoren, die Einwirkungen Dritter sowie die bei den Versuchen einer Absicherung der Burgmauern nach dem 2. Weltkrieg begangenen Fehler. Immer häufiger kam es zum Einsturz oder Abrutschen von Teilen des Mauerwerks.
Die übermäßige Umweltverschmutzung in der Zeit der kommunistischen Misswirtschaft beschleunigte den Verfall. Die nicht abgesicherten, sich selbst überlassenen Mauern stürzten ein und stellten eine große Gefahr für die Besucher dar.
Ohne die eingeleiteten Inwertsetzungsmaßnahmen wäre innerhalb kurzer Zeit von diesem schönen Baudenkmal von nationalem Rang nur ein Schutthaufen übriggeblieben.
Vor der Aufnahme der Rekonstruktionsarbeiten an der Burg Bobolice wurden mehrjährige archäologisch-architektonische Untersuchungen unter der Aufsicht der bedeutenden Experten Dr. Waldemar Niewalda, Dr. Sławomir Dryja und Dr. Ing. Stanisław Karczmarczyk vorgenommen. Die Ergebnisse der detaillierten Expertisen wurden der Denkmalschutzbehörde in den Berichten über die erste und zweite Etappe der Forschungsarbeiten Ende 2001 und 2002 vorgelegt.
Die Untersuchungen haben aufgezeigt, dass durch die Deformation des Felsuntergrunds ein Einsturz der Burgmauern droht. Auch wurde auf die großen Schwierigkeiten bei der Absicherung der rund 10 Meter hohen Mauerreste durch die von den Denkmalschutzbehörden präferierten Stützkonsolen an den Außenseiten und die dadurch entstehende Gefährdung für Besucher hingewiesen. In Anbetracht dieser wie auch vieler anderer Faktoren wurde festgestellt, dass die einzige wirksame Methode der Rettung der erhaltenen Bausubstanz die Rekonstruktion der Burg Bobolice ist.
Nach den wissenschaftlichen Konsultationen mit den bedeutendsten polnischen Koryphäen, Prof. Janusz Bogdanowski, Dr. Waldemar Niewalda, Dr. Stanisław Kołodziejski, Prof. Leszek Kajzer, Prof. Aleksander Boehm, Dr. Stanisław Dryja, Prof. Wojciech Kosiński, Dr. Stanisław Karczmarczyk und vielen anderen polnischen Wissenschaftlern, wurden im Auftrag der Vertreter der Familie Lasecki, Senator Jarosław W. Lasecki und Dariusz Lasecki, Bemühungen zur Rettung dieses schönen Baudenkmals von nationalem Rang angestrengt.
Die Durchführung eingehender Untersuchungen sowie Dutzende wissenschaftlicher Gutachten ermöglichten die Erstellung eines Entwurfs für die Rekonstruktion der Burg und den Beginn der Einholung der erforderlichen Genehmigung der Verwaltungsbehörden und des Denkmalschutzes.
Drei Jahre vergingen, bis eine Antwort der Denkmalschutzbehörden auf die Frage nach der Zukunft der Burg Bobolice vorlag. Diese Jahre der Verzögerung waren ein Ergebnis des Unvermögens der Denkmalschutzbehörde, einen Entschluss darüber zu treffen, ob die Burg rekonstruiert werden oder als Ruine bestehen bleiben soll. Die zahlreichen Eingaben um Antwort wurden von einer Behörde zur anderen weitergereicht, ohne dass ein entsprechender Beschluss gefasst wurde. Erst nach Jahren des Hinundhers, nach der Analyse der Argumente für und wider fiel die Entscheidung, dass der Wiederaufbau der Burg gemäß den Vorgaben des Denkmalschutzes die beste Lösung ist.
Nach der Einholung der erforderlichen Genehmigungen wurde unverzüglich zur Rettung des Baudenkmals übergegangen. In erster Linie entschied man sich zum Wiederaufbau der Begrenzungsmauern der Burg und des Torensembles.
Nach Abschluss des Wiederaufbaus der Mauern und des Torturms wurde die Rekonstruktion der Gipfelburg in Angriff genommen. Der Umstand, dass jedes einzelne Detail vom Amt für Denkmalschutz akzeptiert werden musste, sowie zahlreiche verwaltungstechnische Prozeduren verzögerten den Wiederaufbau erheblich.
Die Hartnäckigkeit und Entschlossenheit der Besitzer bewirkten, dass es allen Widerständen zum Trotz gelang, diese Hindernisse zu überwinden, so dass nach vielen Jahren die Burg Bobolice ihre alte Herrlichkeit zurückerlangen kann.
Dank dieses Engagements und der aufgebrachten Anstrengungen wird die wiederaufgebaute Burg Bobolice schon bald für die Besichtigung ihrer Innenräume und das Kennenlernen ihrer Wehrfunktion offenstehen.
Auf der Burg wird die touristische Infrastruktur entstehen und in den rekonstruierten Innenräumen werden historische Burggemächer und ein Museum eingerichtet.